Vegetarische und Vegane Ernährung

Dieser Artikel soll keine dogmatische Gegenüberstellung von fleischhaltiger und fleischloser Kost sein. Es gibt viele gesundheitliche Gründe sich pflanzenreich zu ernähren, wie es gute Gründe gibt, auch Fleisch zu essen. 

Welche Ernährung individuell für dich passend ist, kannst jedoch du nur selbst herausfinden.

Grundsätzlich hat eine vegetarische / vegane Ernährung einige Vorteile. So besteht ein geringeres Risiko für sogenannte Volkskrankheiten wie z.B. Diabetes Typ2, Bluthochdrukck und anderen Herz-Kreislauferkrankungen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass bei diesen Aussagen davon ausgegangen wird, dass es sich um eine vollwertige, nährstoff- und abwechslungsreiche Ernährung handelt. Eine überwiegend pflanzliche Kost ist reich an Ballaststoffen, Magnesium, Kalium und Folsäure sowie den Vitaminen A,C und E.

Fleisch ist reich an Protein aber auch an wichtigen Mikronährstoffen wie Eisen, Zink, Calcium und den Vitamin B2 und B12. Fisch ist ebenfalls reich an Protein und zusätzlich reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B12, Iod und Selen.

Wichtig ist bei einer vegetarischen / veganen Ernährung ein besonderes Augenmerk auf die Nährstoffe zu legen, die durch das Weglassen von tierischen Lebensmitteln eventuell ins Defizit geraten. 

Man kann leider nicht sagen, dass der eine oder andere Nährstoff, der ins Defizit gerät nicht so schlimm ist. In den biochemischen Stoffwechselabläufen gilt die Regel: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Insofern kann nur ein Nährstoffdefizit zu ausgeprägten Folgen führen.

Dieser Artikel soll einen Überblick verschaffen, welche Nährstoffe kritisch sind und mit welchen Parametern man diese Nährstoffe sinnvoll im Auge behalten kann. Empfehlenswert ist eine jährliche Kontrolle.

Vitamine:

Vitamin B12 kommt fast ausschließlcih in tierischen Lebensmitteln vor. Allein Mikroorganismen können Vitamin B12 herstellen, welches sich über die Nahrungskette in tierischem Gewebe anreichert. Es ist an verschiedenen Prozessen und Körperfunktionen beteiligt …

  • Energiegewinnung
  • Oxidationsschutz
  • Eiweißstoffwechel ( Homocysteinabbau und Methioninbiosynthese)
  • Blutbildung (Regeneration von Folsäure und Aufbau von DNA- Bestandteilen)
  • Nervensystem und Psyche (Aufbau von Zellwänden und Nervenhüllen und Cholinbiosynthese)

Vitamin D  ist nicht nur ein kritisches Vitamin bei vegetarischer/veganer Ernährung, sondern der Vitamin-D-Mangel betrifft alle Menschen in unseren Breitengraden.

Da Vitamin D für eine optimale Aufnahme von Calcium im Körper verantwortlich ist und Calcium auch zu den kritischen Nährstoffen gehört, sollte darauf auch ein Augenmerk gelegt werden.

Vitamin B2 kommt hauptsächlich in Milch und Milchprodukten vor. Da Milch bei veganer Ernährung wegfällt, fehlt hier eine wichtige Vitamin B2-Quelle. Es gehört zu den Coenzymen und spielt eine wichtige Rolle bei …

  • Der Energiegewinnung (Zucker und Fette werden abgebaut, sodass diese als Zellenergie genutzt werden können)
  • Der Bildung von roten Blutkörperchen und Antikörpern
  • Der Gesunderhaltung von Haut, Haaren und Nägel
  • Wachstum und Unterhalt des Gewebes

Spurenelemente:

Zink 

Die Aufnahme von Zink aus pflanzlicher Kost ist im Vergleich zur Verwertung aus tierischen Lebensmitteln eingeschränkt. Der Grund ist das gleichzeitige Vorkommen von Phytaten in pflanzlichen Nahrungsmitteln. Phytate binden das Zink, so dass der Körper dieses nicht mehr aufnehmen kann. Zink ist wichtig für …

  • Das Immunsystem
  • Für eine gute Versorgung von Haut, Haaren und Nägeln
  • Für den Zuckerstoffwechsel
  • Für die Augen

Selen  

Selenarme Böden sind in vielen Teilen Europas verbreitet. Vorallem Deutschland, Dänemark, Finnland und Schottland sind betroffen. Auch verschiedene Regionen auf dem Balkan zählen dazu.

Da der Selengehalt von pflanzlichen Lebensmitteln stark von der Bodenqualität und der Verfügbarkeit des Spurenelements abhängt, sind Vegetarier und Veganer anfälliger für einen Selenmangel. Selen

  • Schützt die Zellen vor oxidativen Schäden
  • Ist wichtig für die Abwehrfunktion unseres Immunsystem
  • Trägt zur Schilddrüsenfunktion bei
  • Unterstützt das Glutathion-Entgiftungssystem
  • Ist Bestandteil von Selenoproteinen, die wichtig sind u.a. für den Herzmuskel
  • Spielt eine wichtige Rolle bei der Spermabildung

Iod

Deutschland zählt aufgrund der nährstoffarmen Böden zum Iodmangelgebiet. Dadurch können die Pflanzen, die wir essen, nicht genügend Iod aufnehmen. Um den Mangel in den Griff zu bekommen, setzt man gerne Iodsalz ein. Dies ist allerdings nicht ausreichend. Außerdem wird das Iod im Iod-Salz beim Kochen zerstört. Iodhaltig sind maritime Lebensmittel, vorallem Meeresfisch, Meeresfrüchte und Algen. Iod ist wichtig …

  • Für die Gesundheit der Schilddrüse
  • Für die Gesundheit von Brust, Gebärmutter und der Prostata
  • Für unser Gehirn

Eisen

Das Problem der pflanzlichen Eisenlieferanten ist nicht die Menge des zugeführten Eisens. So ist in pflanzlichen Lebensmittel manchmal deutlich mehr Eisen enthalten als in einem blutigem Steak. Aber die Bioverfügbarkeit, das bedeutet, wie gut Eisen aus einem Nahrungsmittel vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden kann, ist das Problem.

Hier schneiden pflanzliche Eisenlieferanten durch die Phytinsäure in Pflanzen leider besonders schlecht ab.  Das tierische Häm-Eisen, die Eisenverbindung aus dem tierischen Blut, wird excellent aufgenommen.-Eisen ist wichtig für …

  • Die Hämoglobinsynthese, die Bildungs des roten Blutfarbstoffes und den Sauerstofftransport
  • Die Myoglobinsynthese und damit für die Muskelfunktion
  • Die Bildung der Neurotransmitter (Dopamin, Noradrenalin, Serotonin)
  • Die Schilddrüsenfunktion
  • Das Immunsystem 
  • Die Entgiftung der Leber
  • Die Kollagensynthese
  • Die Energiebildung in den Zellkraftwerken
  • Zentrale Nervensystem

Fettsäuren:

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie erfüllen viele wichtige Funktionen im Körper. Die beiden wichtigsten langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Beide kommen nur in Fisch und speziellen Mikroalgen aus dem Meer vor.

Die wichtigste kurzkettige Omega-3-Fettsäure ist ALA (Alpha-Linolensäure). ALA kommt in vielen pflanzlichen Quellen vor.

ALA ist eine essentielle Omega-3-Fettsäure. Das bedeutet , dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann und sie mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Sie kommt in pflanzlichen Lebensmitteln wie Leinöl, Chiasamen, Walnüssen und Avocado vor. Sie kann vom Körper in EPA und anschließend DHA umgewandelt werden. Daher ist sie für Vegetarier und Veganer besonders wichtig. Allerdings ist die Umwandlung von ALA in EPA begrenzt. Die Umwandlungsrate ist mit maximal 5-10% begrenzt. Aus diesem Grund reicht es meist nicht aus, nur ALA als Omega-3-Fettsäure aufzunehmen.

Omega-3 Fettsäuren wie EPA und DHA haben viele postive Eigenschaften:

  • Sie wirken entzündungshemmend
  • Sie bewirken, dass alle Membranen (Zellhüllen) elastisch bleiben
  • Unterstützen eine normale Herzfunktion
  • Unterstützen einen normalen Blutdruck
  • Bewirken eine langsamere Blutgerinnung
  • Unterstützen eine normale Sehkraft
  • Unterstützen eine normale Gehirnfunktion
  • Beugen Arterienverkalkung vor

Proteine:

Proteine sind essenzielle Bausteine des Körpers und übernehmen eine Vielzahl wichtiger Funktionen, darunter den Aufbau von Muskeln, Enzymen und Hormonen. Der menschliche Körper nutzt insgesamt 20 verschiedene Aminosäuren zur Eiweißbildung. Sie sind in unterschiedlichen Mengen in Lebensmitteln enthalten. Je ähnlicher die Aminosäurezusammensetzung eines Lebensmittels der des menschlichen Körpers ist, desto höher ist dessen biologische Wertigkeit.

Von diesen 20 Aminosäuren kann der Körper acht nicht selbst herstellen. Sie werden als essenzielle Aminosäuren bezeichnet. Da sie über die Nahrung aufgenommen werden müssen, spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Eiweißqualität.

Limitierende Aminosäuren und pflanzliche Eiweißquellen 

Nicht jede Proteinquelle enthält alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge. Ist eine essentielle Aminosäure in einem Lebensmittel in geringerer Konzentration vorhanden als im menschlichen Körper benötigt wird, spricht man von einer limitierenden Aminosäure, da der Körper nur so viel Eiweiß bilden kann, wie diese mengenmäßig kleinste Aminosäure es erlaubt. 

Alle Werte sind in g/100g Eiweiß angegeben. Aminosäuren, die in der entsprechenden Quelle deutlich weniger enthalten sind als im menschlichen Körper, sind rot markiert. 
Quelle: https://www.naehrwertrechner.de

Insbesondere für eine vegane Ernährung ist es wichtig, die typischen limitierenden Aminosäuren in pflanzlichen Eiweißquellen zu kennen:

  • Getreide (Weizen, Roggen, Reis, Hirse, Sorghum) ist oft arm an Lysin, Methionin und Threonin, enthält aber reichlich Phenylalanin, Valin, Leucin und Isoleucin.
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja, Erdnüsse) liefern viel Lysin, Leucin, Isoleucin und Valin, enthalten jedoch wenig Methionin und Tryptophan.
  • Mais hat niedrige Werte für Isoleucin, Threonin, Lysin und Tryptophan, bietet jedoch reichlich Valin, Leucin, Methionin und Phenylalanin.
  • Nüsse und Samen weisen oft Defizite bei Isoleucin, Threonin, Methionin, Lysin, Phenylalanin und Tryptophan auf, sind jedoch gute Quellen für Valin und Leucin.
  • Gemüse und Obst enthalten generell wenig Methionin.

Problematische Aminosäuren bei rein pflanzlicher Ernährung sind deshalb Methionin, Tryptophan und Threonin.

Eiweißqualität durch clevere Kombination verbessern

Die biologische Wertigkeit pflanzlicher Proteine kann durch gezielte Kombination verschiedener Eiweißquellen gesteigert werden:

  • Getreide ist lysinarm, während Hülsenfrüchte viel Lysin enthalten
  • Hülsenfrüchte sind arm an Methionin, das in Getreide reichlicher vorhanden ist.
  • Mais, das viel Methionin enthält, kann das Defizit an dieser Aminosäure in Hülsenfrüchten ausgleichen.

Durch diese Kombinationen kann eine ausgewogene Versorgung mit allen essenziellen Aminosäuren erreicht werden.

Eiweißpulver: Worauf sollte man achten?

Wer seine Eiweißzufuhr mit Proteinpulvern ergänzen möchte, sollte darauf achten, dass alle essenziellen Aminosäuren in einem ausgewogenen Verhältnis enthalten sind. Viele vegane Eiweißpulver, insbesondere Blends (Mischungen), enthalten zu geringe Mengen an Methionin und Threonin. Diese sind zwar nicht direkt für den Muskelaufbau entscheidend, beeinflussen aber die Gesamtqualität des Proteins.

Eine Möglichkeit der Optimierung besteht indem

  • Indem du eine höhere Menge des Proteinpulvers verwendest, um die Defizite auszugleichen.
  • Indem du ein auf Proteinlysaten basierendes Produkt wählst, bei dem pflanzliche Proteine (z. B. aus Erbse und Reis) aufgespalten und in einem optimalen Mischungsverhältnis neu zusammengesetzt wurden.

Fazit

Proteine sind lebenswichtig und die richtige Zusammensetzung der Aminosäuren ist entscheidend. Während eine rein pflanzliche Ernährung Defizite bei bestimmten essenziellen Aminosäuren mit sich bringen kann, lassen sich diese durch geschickte Kombination von Lebensmitteln oder hochwertige Proteinprodukte ausgleichen. Wer auf eine ausgewogene Eiweißversorgung achtet, kann auch mit pflanzlichen Lebensmitteln alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge aufnehmen.

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Vitamin D – MIT oder OHNE – Vitamin K2?

Die Bedeutung von Vitamin D ist vielen in der Zwischenzeit gut bekannt.

Mittlerweile befinden sich aber auch viele Kombinationspräparate mit Vitamin K2 auf dem Markt. Macht das eigentlich Sinn?

Zur Vorbeugung oder Behandlung von Osteoporose oder Arteriosklerose (Arterienverkalkungen) macht die Kombination der beiden Vitamine durchaus Sinn. Zum Thema Osteoporose gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, die den kombinierten Einsatz rechtfertigen. Zum Thema Arteriosklerose steht der endgültig wissenschaftliche Beleg noch aus.

Aussagen, dass man zwingend diese beiden Vitamine kombinieren muss, um keinen negativen Einfluss zu haben, sind bisher nicht wissenschaftlich belegt. Vitamin D hat auch ohne Vitamin K2 viele positive Wirkungen.

Gehen wir doch einmal etwas tiefer in die Hintergründe und wissenschaftlichen Zusammenhänge.

Was ist Vitamin K2 eigentlich?

Hinter dem Namen Vitamin K verbirgt sich eine Sammelbezeichnung für verschiedene Stoffe:

Vitamin K1 = Phyllochinone und Vitamin K2 = Menadione.

Vitamin K1 spielt eine bedeutende Rolle bei der Bildung der Gerinnungsfaktoren. Es findet sich vor allem in grünem Blattgemüse wie Kohl, Brokkoli und Spinat.

Zu Vitamin K2 gehören diverse Verbindungen. Von wissenschaftlichem Interesse ist vor allem das Menachinon-7, auch als MK-7 bekannt. Vitamin K2 wird ausschließlich von Bakterien in Lebensmitteln oder auch im Dickdarm gebildet. Zu den Vitamin K2-reichen Quellen gehören fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, gereifter Käse oder Natto, ein japanisches Sojaprodukt. In geringen Mengen findet sich Vitamin K2 in tierischen Produkten wie Fleisch, Eier, Milch und Butter.

Ein Mangel kann entstehen durch eine verminderte Resorption bei einigen Darmerkrankungen – insbesondere bei Fettverdauungsstörungen (Vitamin K2 ist fettlöslich) – und bei einer gestörten Darmflora, durch Verminderung der Vitamin-K-produzierenden Darmflora.

Im Organismus spielt es eine bedeutende Rolle bei der Aktivierung entscheidender Proteine (Eiweißverbindungen). Erst durch diesen aktivierenden Prozess werden diese Proteine in einen aktiven Zustand versetzt, sodass sie ihren Aufgaben erst nachkommen können:

  • dem Osteocalcin, welches den Einbau von Calcium in das Knochengewebe fördert und gleichzeitig den Knochenabbau hemmt und dem
  • Matrix-Gla-Protein, welches eine wichtige Rolle beim Schutz vor Kalzifizierungsprozessen (Verkalkungsprozesse) in Geweben und den Gefäßen spielt. Dabei wird Calcium vermehrt im Knochen gebunden und entsprechend weniger in den Gefäßwänden der Arterien abgelagert.

Wie arbeiten Vitamin D und Vitamin K2 zusammen?

Uwe Gröber, Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin, sagt:

„Vitamin D kann – muss aber nicht – unter synergistischen Aspekten mit Vitamin K2 kombiniert werden, insbesondere in der Osteoporosetherapie.“

Wie können wir dies nun verstehen?

Für die Bildung der beiden entscheidenden Proteine ist Vitamin D3 notwendig. Durch Vitamin K2 werden sie in den aktiven Zustand versetzt. Das bedeutet an erster Stelle ist ein guter Vitamin D Spiegel notwendig. Vitamin D kann mit K2 kombiniert werden, aber K2 alleine kann seine Wirkung ohne einen ausreichenden Vitamin D3 Spiegel nicht entfalten.

Beide Vitamine, vorausgesetzt sie sind ausreichend vorhanden, führen zu einer Verbesserung der Knochendichte und senken das Risiko für eine Gefäßverkalkung. So macht es durchaus Sinn, beide Vitamine in der Prophylaxe und Therapie der Osteoporose einzusetzen.

Dabei sollten Vitamin K2 als auch Vitamin D möglichst individuell (gem. Laborstatus) und nicht in einem fixen Verhältnis zueinander supplementiert werden.

In den vergangenen 10 Jahren stieg die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten über Vitamin K2 deutlich an. Insbesondere bezüglich der Knochen- und Herz-Kreislaufgesundheit wurden viele Arbeiten veröffentlicht.

Achtung

Vitamin K2 kann die Wirkung von Antikoagulentien vom Typ der Cumarinderivate (Phenprocoumon, Warfarin) negativ beeinflussen.

Literatur:

  • Gröber U, Kisters K. Vitamin K – in der Prävention und Therapie. EHK 2016; 65: 184–191
  • Theuwissen E, Magdeleyns EJ, Braam LA. Vitamin K-status in healthy volunteers. Food Funct 2014; 5 (2): 229–23
  • Gröber U, Kisters K, Vitamin D niemals ohne Vitamin K2 – Imperativ oder Konjunktiv? EHK, 2018; 67: 226–230.
  • Gröber U, Reichrath J, Holick MF, Kisters K, Vitamin K: an old vitamin in a new perspective, Dermato-Endocrinology, 2014; 6:1, e968490, DOI: 10.4161/19381972.2014.968490.

 

 

 

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Winterzeit – Zeit für Vitamin D

Bei uns in Deutschland ist von Oktober-März leider keine Vitamin D Produktion möglich. Grund dafür ist die flach einfallende Einstrahlung der Sonne in die Erdatmosphäre. Dadurch müssen die Sonnenstrahlen einen deutlich längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen, bis sie auf der Haut eintreffen. Die UV-B Strahlen, die eigentlich für die Produktion von Vitamin D notwendig sind, werden dadurch stärker absorbiert.

Eine praktische Faustformel gibt es für die Vitamin D Bildung:

Wenn mein Schatten länger ist, als ich groß bin, bildet sich durch die Sonnenstrahlen kein Vitamin D in der Haut.
Dieser Umstand wurde bereits 1988 durch ein amerikanisches Forscherteam mittels Messungen am 52. Breitengrad, an dem sich auch Berlin befindet, nachgewiesen.

Eine aktuelle große Übersichtsarbeit, die in einer bedeutenden wissenschaftlichen Zeitung veröffentlicht wurde, hat es auch wieder gezeigt: ein guter Vitamin D Spiegel geht mit einem signifikant geringeren  Risiko für eine schwere COVID-19 Erkrankung einher. Besonders trat dieser Effekt in Jahreszeiten hervor, die durch ein Vitamin D Defizit gekennzeichnet sind und bei älteren Menschen.

Wenn Sie ihren Vitamin D Status erfahren möchten oder weitere Unterstützung zur Stärkung ihre Immunsystems wünschen, melden Sie sich gerne in der Praxis für Mikronährstoff-& Stressmedizin!

 

Literatur:

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Boostern Sie Ihre Abwehrkräfte!

Unser Immunsystem ist in diesem Winter nicht nur wegen der Jahreszeit wieder einmal deutlich mehr gefordert.

Mit Mikronährstoffen können wir unsere Abwehrkraft effektiv boostern. Dadurch machen wir die Schleimhäute dicht! Denn sie sind es, die der Immunabwehr maximalen Schutz versprechen.

Wer sind also die verlässlichen Streiter, die sich unerschrocken den Gegnern in den Weg stellen?

Es sind Vitamin C, Vitamin D und Vitamin A, Zink und Selen und die Omega-3 Fettsäuren.

Es ist nicht ratsam auf einen der Nährstoffe alleine zu setzen. Die Mikronährstoffe arbeiten im Teamwork. Hohe Dosierung eines Einzelnen kann die anderen nicht ausgleichen. Durch eine gezielte Versorgung mit diesen Mikronährstoffen können wir einen Schutzwall aufbauen, der von Erregern schwerer zu durchdringen ist.

Nutzen Sie diese Chance und lassen Sie ihren Mikronährstoffhaushalt überprüfen und versorgen Sie sich gezielt. Am besten individuell abgestimmt auf ihre Bedürfnisse!

110 mg Vitamin C braucht der gesunde Mensch. Doch unser Immunsystem braucht mehr, wenn es gefordert ist. Bereits zu Beginn eines Infektes fallen die Vitamin C Spiegel in den Immunzellen stark ab.

Die Basis der Vitamin C Versorgung kann man gut über eine gesunde Ernährung sicherstellen: Salate, Wildkräuter, Gemüse, frisch gepresste Säfte, Kiwi, rohe Paprika, Sanddorn oder Hagebutte. Den akuten Bedarf bei aufkommenden Infekten kann man dann besser mit Vitamin-C Präparaten, Acerola-Extrakten oder ausgleichen.

Achtung: bei Eisenspeicherkrankheit kein zusätzliches Vitamin C nehmen.

Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D (25 (OH) D < 30 ng/ml) erhöht im Herbst und Winter bei Alt und Jung die Anfälligkeit für Infektionen der oberen Atemwege erheblich.

Vitamin D stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend. Für diese Effekte ist ein Vitamin D Spiegel von mindestens 30 ng/ml, besser 40-60 ng/ml notwendig.

Interessant beim Thema Vitamin D ist die Zusammenarbeit mit Vitamin A. Der immunstärkende Effekt von Vitamin D kann häufig nur gemeinsam mit Vitamin A erfolgen. Vitamin A unterstützt die Schleimhäute in den Atemwegen, es fördert die Produktion von Antikörpern und holt geschulte Immunzellen aus dem Organismus in die Schleimhäute!

Achtung: Vitamin A darf nicht in höheren Dosierungen (10.000 I.E. / Tag bei Erwachsenen) über mehrere Monate eingenommen werden!

Wer sich in Studien dazu informieren möchte, welchen Effekt Vitamin D auf eine SARS-Cov2 Infektion hat, kann hier fündig werden:

Kaufmann HW, Niles JK, Kroll MH, Bi C, Holick M F, SARS-CoV-2 positivity Rates associated with circulating 25- hydroxyvitamin D levels. PlosOne2020; 15(9): e0239252.

Maghbooli Z, Sahraian MA, Ebrahimi M, Pazoki M, Kafan S, Tabriz HM, et al.(2020) Vitamin D sufficiency, a serum 25-hydroxyvitamin D at least 30 ng/ml reduced risk for adverse clinical outcomes in patients with COVID-19 infection. PlosOne 15(9): e0239799

Martineau AR, Forouhi NG, Vitamin D for COVID-19: a case to answer? The Lancet, Diabetes-Endocrinology, 2020; August 03, doi.org/10.1016/S2213-8587(20)30268-0

(Borsche L, Glauner B, von Mendel J: COVID-19 mortality risk correlates inversely with vitamin D3 status, and a mortality rate close to zero could theoretically be achieved at 50 ng/ mL 25(OH)D3: Results of a systematic review and meta-ana- lysis. Nutrients. 2021 Oct 14;13(10):3596)

Mette M. Berger, Isabelle Herter-Aeberli, Michael B. Zimmermann, Jörg Spieldenner and Manfred Eggersdorfer, Strengthening the Immunitäten of the Swiss population with Micronutrient: A narrative review and call for action Clin Nutr Espen 2021 Jun; 43: 39-48, doi: 10.1016/ j.clnesp.2021.03.012

Selen senkt die krankmachenden Eigenschaften und Fähigkeiten von Viren (Virulenz und Pathogenität).

Durch Selen wird unser Immunsystem auf breiter Ebene gestärkt und die Schlagkraft der Abwehrzellen verbessert. Außerdem fördert es die Bildung von Antikörpern und natürlichen Killerzellen. Um diese Vorteile auszunutzen, benötigt man einen guten Selenspiegel: Dieser liegt bei ca. 0,14 mg/l.

Achtung:

  • Wer regelmäßig Selen nimmt, sollte den Spiegel einmal pro Jahr bestimmen lassen.
  • Damit es nicht zu Selenanreicherungen im Muskelgewebe kommt, sollte Selen als Natriumselenit eingenommen werden.
  • Selen bitte nüchtern und nicht zum gleichen Zeitpunkt mit Vitamin C und Zink einnehmen.

Zink stärkt die Schleimhäute, hemmt das Eindringen von Viren in die Schleimhaut und verbessert die Immunantwort.

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